Einzelfälle

Bild: © Amnesty International

Einzelfälle

Zu den dargestellten Einzelfällen arbeiten AI-Arbeitsgruppen. Nachfolgend finden Sie die Fallbeschreibungen unserer aktuellen Fälle. Wenn Sie sich engagieren wollen, schicken Sie bitte eine E-Mail, dann senden wir Ihnen weitere Informationen.
 
 
 

Narges Mohammadi

Am 22. Februar 2020 hatten die iranischen Behörden Narges Mohammadi mitgeteilt, dass ein weiteres Strafverfahren wegen “Unruhestiften im Gefängnis” und “Beleidigung des Leiters des Evin-Gefängnisses” eröffnet worden sei. Am 23. Mai 2021 wurde sie dafür vom Strafgericht Teheran zu2 ½ Jahren Haft, 80 Peitschenhieben und zwei Geldstrafen verurteilt.

Am 26. September 2021 verkündete Narges Mohammadi in einem Instagram-Post, dass sie aufgefordert wurde, ihre Haftstrafe im Evin-Gefängnis anzutreten. Sie schrieb, dass sie diese Anordnung nicht befolgen würde. Es könnte sein, dass sie bald verhaftet wird.

  • November 2021: Die ausführliche, aktuelle Falldarstellung zu Narges Mohammadi finden Sie → hier – PDF: 201,0 kB.
  • 08.10.2021: Eine Presseerklärung zur drohenden Verhaftung von Narges Mohammadi finden Sie auf der Seite für Veröffentlichungen von ai zum Iran → hier – PDF: 28,4 kB. (deutsche Version, gekürzt)

 

Atena Daemi, Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi

2018 haben wir zwei Fälle für Atena Daemi und das Ehepaar Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi übernommen. Da die drei Inhaftierten oft gemeinsam agieren (z. B. bei Hungerstreiks), haben wir uns entschlossen, daraus einen Gruppenfall zu machen.

Atena Daemi ist eine 33-jährige Menschenrechtlerin, die wegen ihrer gewaltfreien Aktivitäten zu 7 Jahren Haft verurteilt wurde. Zur Zeit ist sie im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Sie leidet unter Sehstörungen und eine unbehandelte Nieren- und Blasenentzündung.

Die Menschenrechtlerin Golrokh Ebrahimi Iraee wurde am 8. April 2019 gegen Kaution aus der Haft entlassen. Seit November 2019 ist sie wieder in Haft im Gefängnis von Amol im Nordiran. Sie ist wegen „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. U.a. hatte sie sich im Internet für polistische Gefangene im Iran eingesetzt.
Ihr Ehemann, der Menschenrechtler Arash Sadeghi, ist seit dem 1. Mai 2021 frei: Er wurde aus dem Gohardasht-Gefängnis westlich von Teheran entlassen.

  • September 2021: Die ausführliche, aktuelle Falldarstellung zu Atena Daemi finden Sie → hier – PDF: 377,4 kB.
  • Februar 2021: Die ausführliche, aktuelle Falldarstellung zu Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi finden Sie → hier – PDF: 385,6 kB.
  • September 2021: Einen Online-Apellbrief für Atena Daemi und Golrokh Ebrahimi Iraee in deutscher Sprache zum Ausdrucken mit automatisch aktualisierten Datum und Editier-Feld für die persönliche Adresse finden Sie auf der Webseite für Appelle → hier.

 

Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi

Der iranische Geistliche Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi war in Haft wegen seiner Kritik an der Islamischen Republik Iran. Er ist ständigen Einschüchterungen und Morddrohungen durch die Behörden ausgesetzt, seit er am 4. Januar 2017 aus medizinischen Gründen vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen wurde.

  • August 2021: Eine ausführliche und aktuelle Falldarstellung zu Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi finden Sie → hier – PDF: 188,5 kB.

 

Yasaman Aryani und Monireh Arabshahi

Menschenrechtlerinnen wie Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi haben am 8. März 2019 friedlich ihr Recht auf Meinungsfreiheit ausgeübt und den gesetzlichen Kopftuchzwang kritisiert, indem sie ohne Kopfbedeckung Blumen in einer Teheraner U-Bahn verteilten. Dafür wurden sie zu jeweils 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde kürzlich auf 9 Jahre und 7 Monate reduziert.
Frau Monireh Arabshahis Schilddrüsenerkrankung bedarf dringend einer medizinischen Versorgung.

  • Juli 2021: Die ausführliche, aktuelle Falldarstellung zu Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi finden Sie → hier – PDF: 439,3 kB.
  • Von August 2021 bis 31. Dezember 2021: Eine Petition für Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi in deutscher Sprache finden Sie auf der Webseite für Petitionen → hier – PDF: 238,2 kB.
  • Juli 2021: Einen Appellbrief für Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi in deutscher Sprache finden Sie auf der Webseite für Appelle → hier – PDF: 106,5 kB.

 

Mohammad Reza Haddadi

Mohammad Reza Haddadi, geboren 1987, befindet sich seit 2002 im Adelabad-Gefängnis in der Stadt Shiraz in Haft. Er wurde wegen eines im Alter von 15 Jahren begangenen Mordes am 6. Januar 2004 von einem Gericht in Kazeroun zum Tode verurteilt, obwohl er im Prozess sein Geständnis zurückgezogen hatte und auch seine Mitangeklagten ihn entlastet hatten.

  • Juli 2021: Die ausführliche, aktuelle Darstellung seines Falls finden Sie → hier – PDF: 291,2 kB.
  • Juli 2021: Einen Appellbrief in deutscher Sprache zum Download, mit dem Sie sich für Mohammad Reza Haddadi einsetzen können, finden Sie auf der Webseite für Appellbriefe → hier – PDF: 101,5 kB.

 

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh wurde in zwei unfairen Gerichtsverfahren zu insgesamt 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich unter anderem für Frauenrechte einsetzte und die Todesstrafe kritisierte. Seit ihrer Festnahme am 13. Juni 2018 wird sie im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten.
Insbesondere in ihrem Protest gegen die vom iranischen Staat vorgeschriebene Zwangsverschleierung steht sie symbolisch für viele andere iranische Frauen und Mädchen, die sich friedlich gegen den Verschleierungszwang einsetzen.

  • Juli 2021: Die ausführliche, aktuelle Darstellung ihres Falles finden Sie → hier – PDF: 247,4 kB.
  • Juli 2021: Einen Appellbrief zu Nasrin Sotoudeh in deutscher Sprache zum Download finden Sie auf der Webseite für Appelle → hier – PDF: 106,2 kB.
  • April 2021: Einen Online-Appellbrief, mit dem Sie sich für die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Nasrin Sotoudeh einsetzen können, finden Sie auf der Webseite für Appellbriefe → hier.

 

Esmail Abdi

Der Gewerkschafter Esmail Abdi ist Mathematiklehrer, er war früher Generalsekretär der Lehrergewerkschaft (ITTA) in Teheran und Mitglied des Führungsgremiums. Er wurde wegen Anklagen, die die Sicherheit des Staates betrafen, zu einer Gefängnisstrafe von 6 Jahren verurteilt. Inzwischen ist die Haft um 10 Jahre verlängert worden. Er hatte sich in friedlichen Aktionen für die Rechte der Arbeiter eingesetzt.

 

30. Oktober 2021