Briefe gegen das Vergessen

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!
Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.
Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen!
 

Zeynab Jalalian setzte sich für die kurdische Selbstverwaltung ein und war für den politischen Flügel der oppositionellen Gruppe Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê (PJAK) aktiv.

Zeynab Jalalian gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe: © Privat

ZEYNAB JALALIAN

Zeynab Jalalian gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Sie wurde im März 2008 wegen ihres Einsatzes für die kurdische Selbstverwaltung und ihrer Aktivitäten beim politischen Flügel der oppositionellen Gruppe Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê (PJAK) festgenommen. Zeynab Jalalian wurde acht Monate lang in Einzelhaft gehalten und hatte keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Ihren Angaben zufolge wurde sie von Angehörigen des Geheimdienstes gefoltert und anderweitig misshandelt, um ein „Geständnis“ von ihr zu erpressen.
Anlässlich des vierten Jahrestages der Tötung von Jina Mahsa Amini am 16. September hat Zeynab Jalalian zusammen mit weiteren kurdischen Gefangenen angekündigt, in einen Hungerstreik zu treten.
Vom 28. September 2026 bis 31. Dezember 2026: Klicken Sie hier, um zum vollständigen Text und den Briefvorlagen in deutscher und englischer Sprache zu gelangen.
 

Die Iranerin Verisheh Moradi ist Mitglied der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR)

Die Iranerin Verisheh Moradi wurde Anfang November 2024 zum Tode verurteilt: © Kurdistan Human Rights Network

VERISHEH MORADI

Verisheh Moradi gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und ist Mitglied der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR). Das Teheraner Revolutionsgericht verurteilte sie Anfang November 2024 in einem grob unfairen Verfahren zum Tode. Aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu kurdischen Oppositionsgruppen wurde sie der „bewaffneten Rebellion gegen den Staat“ (baghi) für schuldig befunden. Im Dezember 2025 hob der Oberste Gerichtshof das Urteil wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Ihr droht aber auch in diesem Verfahren die Todesstrafe.
Vom 28. August 2026 bis 30. November 2026: Klicken Sie hier, um zum vollständigen Text und den Briefvorlagen in deutscher und englischer Sprache zu gelangen.
 

Die Iranerin Pakhshan Azizi, tätig für eine karitative Organisation

Die Iranerin Pakhshan Azizi wurde im Juli 2024 zum Tode verurteilt: © Privat

PAKHSHAN AZIZI

Pakhshan Azizi gehört der kurdischen Minderheit in Iran an. Ihr droht die Hinrichtung, nachdem das Teheraner Revolutionsgericht sie wegen „bewaffneter Rebellion gegen den Staat“ (baghi) zum Tode verurteilte.
Pakhshan Azizi wurde im August 2023 festgenommen und im Juli 2024 verurteilt. Das Todesurteil basiert lediglich auf ihren friedlichen menschenrechtlichen und humanitären Aktivitäten. Sie leistete zwischen 2014 und 2022 humanitäre Hilfe für Frauen und Mädchen, die von der bewaffneten Gruppe „Islamischer Staat“ vertrieben worden waren und sich in Lagern im Nordosten Syriens und in der irakischen Region Kurdistan aufhielten. Auch unter Folter hat sie stets bestritten, Verbindungen zu bewaffneten kurdischen Gruppen zu haben. Es wird befürchtet, dass ihr unmittelbar die Hinrichtung droht.
Vom 28. Juli 2026 bis 31. Oktober 2026: Klicken Sie hier, um zum vollständigen Text und den Briefvorlagen in deutscher und englischer Sprache zu gelangen.
 

Der schwedisch-iranische Arzt Dr. Ahmadreza Djalali

Der schwedisch-iranische Arzt Dr. Ahmadreza Djalali wurde 2017 in Iran zum Tode verurteilt (undatiertes Foto): © Privat

DR. AHMADREZA DJALALI

Der schwedisch-iranische Wissenschaftler und Arzt Ahmadreza Djalali ist seit 25. April 2016 im Iran inhaftiert. Im Juni 2025 war er wochenlang „verschwunden“. Weder seine Familie noch seine Rechtsbeistände wussten, wo er ist und wie es ihm geht.
Ahmadreza Djalali wurde 2017 in einem grob unfairen Verfahren wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt: Ihm wurde vorgeworfen, er habe mit Israel zusammengearbeitet, was er bestreitet.
Vom 30. April 2026 bis 31. Juli 2026: Klicken Sie hier, um zum vollständigen Text und den Briefvorlagen in deutscher und englischer Sprache zu gelangen.
 

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Sharifeh Mohammadi

iranische Menschenrechtsverteidigerin Sharifeh Mohammadi (Archivaufnahme): © Privat

SHARIFEH MOHAMMADI

+++ Update 16.08.2025: Die Abteilung 39 des Obersten Gerichtshofs hat das Todesurteil für Sharifeh Mohammadi bestätigt. Damit droht ihr unmittelbar die Hinrichtung. Bitte fordert die iranischen Behörden auf, alle Pläne zur Hinrichtung von Sharifeh Mohammadi zu stoppen! +++
 
Der Menschenrechtlerin Sharifeh Mohammadi droht unmittelbar die Hinrichtung. Im Juni 2024 hatte ein Revolutionsgericht in Rascht die Arbeitsrechtlerin, Feministin und Gegnerin der Todesstrafe wegen angeblicher „bewaffneter Rebellion gegen den Staat“ (baghi) zum Tode verurteilt. Nach der Festnahme war Sharifeh Mohammadi in einer Haftanstalt des Geheimdienstministeriums in Sanandaj mit verbundenen Augen gefoltert und misshandelt worden. Sharifeh Mohammadi ist jetzt im Gefängnis von Lakan in der Provinz Gilan inhaftiert. Ihr Verfahren war grob unfair.
Vom 29. Juli 2025 bis 30. September 2025: Klicken Sie hier, um zum vollständigen Text und den Briefvorlagen in deutscher und englischer Sprache zu gelangen.
 

11. Oktober 2026