05.03.2026
Zum Internationalen Tag der Frauen am 8. März 2026:
Kinderehen und Diskriminierung von Frauen im Iran
Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen beschreiben wir anhand von Beispielfällen die Situation von den Frauen im Iran, die Kinderehen oder Diskriminierung ausgesetzt sind.
Laut Schätzungen von UNICEF leben 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Von 2017 bis 2022 wurden allein im Iran 184.000 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. Da nicht alle Ehen eingetragen werden, dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen. Die Islamische Republik Iran hat die UN-Kinderrechtskonvention nur mit Einschränkungen ratifiziert.
Eine Kinderehe beeinträchtigt häufig die Entwicklung eines Mädchens: Sie kann zu früher Schwangerschaft und damit zu einem Gesundheitsrisiko führen. Teenager-Mütter sterben häufiger an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt als ältere Frauen. Eine frühe Heirat bedeutet oft auch das abrupte Ende der Kindheit, denn die junge Ehefrau geht nicht mehr zur Schule und trägt stattdessen die Verantwortung für einen Haushalt. Damit sind auch ihre späteren Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten eingeschränkt. Verheiratete Mädchen werden außerdem oft aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld herausgerissen, sind zu Hause isoliert und damit auch einem höheren Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt. Ein weiterer Fokus der Aktion liegt damit auf der systematischen Diskriminierung der Frauen im iranischen Rechtssystem und in der iranischen Gesellschaft. Durch diese sind von der Kinderehe betroffene Frauen ohne Rechte häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe ausgesetzt; im Extremfall der Notwehr durch die Frau droht ihr trotz zum Tatzeitpunkt Minderjährigkeit die Todesstrafe.
Für unsere diesjährige Aktion haben wir eine betroffene Frau interviewt, die bereit war, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Aus Sicherheitsgründen und aufgrund der aktuellen Situation im Iran (Stand: Januar 2026) bleibt sie anonym. Wir danken ihr für den Mut, ihre Geschichte trotz der Risiken öffentlich zu machen.
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Januar 2026: Das Interview mit der betroffenen Frauen in deutscher Sprache zum Download finden Sie → hier – PDF: 168,2 kB.
Um Kinderehen und ihre Folgen für die betroffenen Frauen zu beschreiben, haben wir Fallbeispiele zusammengestellt.
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Januar 2026: Das Faktenblatt mit den Fallbeispielen in deutscher Sprache zum Download finden Sie → hier – PDF: 391,4 kB.
Für ein Ende von Kinderehen und Hinrichtungen von Minderjährigen im Iran, haben wir eine Petition erstellt. Fordern Sie die iranische Regierung auf, zu handeln:
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März 2026: Die Petition in deutscher Sprache zum Download finden Sie → hier – PDF: 52,3 kB.
Darüber hinaus stellen wir weiteres Material zur Verfügung:
- Sharepics aus Social-Media-Posts, Kinderehen im Iran – ZIP: 7,7 MB
- Captions für die Sharepics – PDF: 3,8 MB
- Poster und Plakate, Kinderehen im Iran – ZIP: 1,6 MB
- Vorlagen für Sticker und Buttons – ZIP: 959,9 kB.
